{"id":53,"date":"2025-09-06T07:32:46","date_gmt":"2025-09-06T04:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/michaeliten.org\/?page_id=53"},"modified":"2026-07-09T17:15:28","modified_gmt":"2026-07-09T15:15:28","slug":"materiales-de-construccion","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/michaeliten.org\/es\/bucher-materialien\/","title":{"rendered":"Libros y materiales"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"53\" class=\"elementor elementor-53\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6cb1332 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"6cb1332\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-8475955 e-con-full e-flex e-con e-child\" data-id=\"8475955\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-20b62a1 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langj\u00e4hrigen gemeinsamen geistigen Arbeit, ist nun ein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis entstanden, eine F\u00fclle von Materialen zu ver\u00f6ffentlichen. \u00dcblicherweise stellt sich dabei als zentrale Frage, die Frage\u00a0<b>des Urheberrechts<\/b>. Doch f\u00fcr esoterische Texte \u2013 wie in alten Zeiten als auch in der rosenkreuzerischen Tradition \u2013 war es immer klar, dass Menschen durch ihre Arbeit lediglich dazu beitragen k\u00f6nnen, geistige Inhalte f\u00fcr die ganze Menschheit zug\u00e4nglich zu machen; jedoch ist es absurd, dabei einen Anspruch auf Autorschaft, auf die Rolle eines Sch\u00f6pfers geistiger Inhalte zu erheben zu wollen. Da die mentalen Gewohnheiten der ahrimanischen Welt in Bezug auf das Urheberrecht auch in der anthroposophischen Gemeinschaft Wurzeln geschlagen haben, sehen wir es als notwendig, unseren zuk\u00fcnftigen Ver\u00f6ffentlichungen auf dieser Website einen einleitenden Artikel voranzustellen, worin die Frage des Urheberrechts im Kontext\u00a0<i>der Neuen Mysterien<\/i>\u00a0betrachtet wird.<\/p><p>Den kosmischen Rhythmen des Jahreskreises nach befinden wir uns zurzeit an einem wichtigen Wendepunkt \u2014 dem Punkt der Sommersonnenwende. In den antiken Mysterien aller Zeiten und V\u00f6lker war es eines der vier bedeutendsten Mysterienfeste. Genau genommen stellte es in den fr\u00fchesten Traditionen gar das wichtigste Fest des Jahres dar. In den sp\u00e4teren Mysterien, besonders nach dem Mysterium von Golgatha, verlagerte sich der Fokus allm\u00e4hlich in Richtung der Weihnachtszeit, doch urspr\u00fcnglich nahm gerade das Sommerfest den zentralen Platz ein \u2014 der Moment der vollen Vorherrschaft des Lichts \u00fcber die Finsternis.<\/p><p>Genau jetzt erleben wir diese wunderbare, herrliche Zeit. Wir befinden uns an dem Punkt des Jahreskreises, an dem die Sonne die Oberhand h\u00e4lt \u00fcber der Nacht. Und diesen Moment darf man nicht vers\u00e4umen, denn wenn man sich nicht erf\u00fcllt mit diesen lebensnotwendigen Sonnenkr\u00e4ften, wird es nachher an ihnen fehlen. In der Natur geschieht das ganz von selbst: Die Erde erf\u00fcllt sich mit der Kraft des Sommers, und auch wenn der Sommer vergeht, lebt seine W\u00e4rme im Verborgenen in ihr, durch die kalten, dunklen Zeiten des Jahres hindurch bis zum neuen Fr\u00fchling. Im Grunde w\u00fcrde die Erde im Winter sterben m\u00fcssen, wenn sie sich nicht mit diesem Licht und dieser W\u00e4rme versorgte. Alle Wesen, die in den winterlichen Schlaf fallen \u2014 die Pflanzen, die ganze Welt der Insekten, die B\u00e4ren \u2014 sie leben in dieser W\u00e4rme, und so verh\u00e4lt sich die Erde als ein ganzheitlicher Naturorganismus.<\/p><p>Die Menschen des Altertums, die eine tiefe und lebendige Verbindung zur Natur und nat\u00fcrlich zu den Mysterien hatten, waren ganz und gar in diese Jahresrhythmen eingetaucht. F\u00fcr sie war das Jahr nicht die Abstraktion, die wir heute auf den Kalendern sehen: \u201eJa, das 2025-Jahr ist vorbei, das 2026-Jahr hat begonnen.\u201c Wer einen Abrei\u00dfkalender hat, rei\u00dft nun das letzte Blatt ab; Die \u00fcbrigen schauen einfach auf die Ziffern und konstatieren den Jahreswechsel. Im Grunde ist das eine rein ahrimanische Abstraktion, die des lebendigen Zeitgef\u00fchls beraubt ist.<\/p><p>F\u00fcr das antike Bewusstsein stand hinter dem Begriff des Jahres urspr\u00fcnglich eine besondere Gottheit. Wesentlich steht hinter der Erscheinung des Jahres ein hohes geistiges Wesen aus der Hierarchie der Archai.<\/p><p>Daher ist es kein Zufall, dass in den L\u00e4ndern, in denen die zuk\u00fcnftige sechste Kulturepoche geboren wird, wo die Abstraktionen einst wieder \u00fcberwunden werden, gerade in der russischen Sprache das Wort\u00a0<b>\u0433\u043e\u0434<\/b>\u00a0(<i>god<\/i>\u00a0\u2014 &#8222;Jahr&#8220;) identisch klingt wie das Wort\u00a0<b>God<\/b>\u00a0(\u201eGott\u201c). Im Deutschen wird Gott fast genauso geschrieben wie das englische\u00a0<i>God<\/i>, aber ausgesprochen als [\u0261\u0254t]. In der Weisheit der russischen Sprache ist dies offenbar, auch wenn kaum jemand diesem Beachtung schenkt:\u00a0<b>\u0413\u043e\u0434 \u2014 \u044d\u0442\u043e \u0411\u043e\u0433.<\/b>\u00a0<b>Der \u201egod\u201c (Jahr) ist der \u201eGott\u201c.<\/b><\/p><p>Es ist eine Zeit gekommen, welche die Forderung bringt, dass diese Gottheit \u2014 der Gott des Jahres \u2014 nun wieder zu uns zur\u00fcckkehren kann. Denn wenn die Menschheit nicht in die kosmischen Rhythmen des Jahreskreises zur\u00fcckkehrt, wird sie nicht richtig in die geistige Welt eintreten k\u00f6nnen, um die Kultur der Neuen Mysterien aufzubauen. Diese Rhythmen sind von au\u00dferordentlicher Bedeutung.<\/p><p>Nat\u00fcrlich sind auch andere Rhythmen nicht unwichtig \u2014 wie der Rhythmus des Tages. Doch dieser ist vor allem f\u00fcr die Produktivit\u00e4t unserer t\u00e4glichen geistigen T\u00e4tigkeit bedeutsam. Wenn wir die Tagesrhythmen brechen, werden wir au\u00dfer Kraft geraten und uns in den H\u00e4nden widerstrebender M\u00e4chte finden. Wenn man jedoch ganz allgemein davon spricht, dass die menschliche Zivilisation mit dem Ende des Kali-Yuga in die geistige Welt zur\u00fcckkehren muss \u2014 dann f\u00fchrt der Weg gerade \u00fcber die R\u00fcckkehr eines Gottes zu den Menschen, wie demjenigen, der das Jahr verk\u00f6rpert.<\/p><p>Wenn wir uns hinwenden zu diesem Gott, kann er uns wichtige Hinweise geben. Denn er kommt zu uns als Initiator\u00a0<i>Neuer<\/i>\u00a0<i>Mysterien<\/i>, die uns in die bewusste R\u00fcckkehr zum Jahreskreis f\u00fchren. Hierbei entsteht die Frage: Welches Verh\u00e4ltnis hat der Jahreskreis zu dem Thema, das uns eigentlich bewegt \u2014 das Thema des Urheberrechts? Tats\u00e4chlich wollen wir\u00a0<i>die<\/i>\u00a0<i>Mysterien des Urheberrechts<\/i>\u00a0begr\u00fcnden. Was hat der Gott des Jahres hiermit zu schaffen? Wenn wir ein Mysterium erbauen, so m\u00fcssen wir ber\u00fccksichtigen, dass der grundlegende Mysteriengeist, welcher in der Vorzeit einen Naturcharakter trug, heute, nach dem Mysterium von Golgatha, in unmittelbarer Verbindung steht zu dem Christus selbst. Es kam zur Vereinigung dieser G\u00f6tter: Des Christus und des wahren Jahreskreises. Nat\u00fcrlich existieren bis heute heute heidnische Kulte, die mit dem Jahreskreis bekannt sind. Doch uns interessiert der wahrhaftige, zeitgem\u00e4\u00dfe Kreis des Jahres \u2014 im Geist der Neuen Mysterien. Und dieser ist untrennbar verbunden mit dem Wesen Christi.<\/p><p>Nichtsdestotrotz, bei der Begr\u00fcndung neuer Mysterien, geschieht, wie wir wissen, vieles gerade als eine Art\u00a0<b>Auferstehung der Alten Mysterien<\/b>\u00a0und nicht als einfache Entstehung von etwas v\u00f6llig Neuem. Ja, es geschieht sowohl das eine wie das andere: Es kommt einerseits etwas g\u00e4nzlich Neues, aber auch dasjenige, was in ein tiefes Pralaya versunken war und nun zur\u00fcckkehrt als vollends durchchristete Auferstehung Alter Mysterien. Und wenn wir uns hinwenden dem\u00a0<b>Gott des Jahres<\/b>, der sich gerade an uns wiederum wendet w\u00e4hrend dem wichtigsten seiner alten Feste \u2014 dem Fest der Sommersonnenwende, den wir heute\u00a0<i>Johannistag<\/i>\u00a0nennen \u2014 und ihn fragen, wie wir unser Mysterium begr\u00fcnden sollen, dann wird er uns hinweisen auf das, was in den Alten Mysterien geschah.<\/p><p>Es zeigt sich, dass in urfernen, uralten Zeiten die Priester auf besondere Weise ihre Mysterienweisheit kultivierten im Gang des Jahreskreises. Wir wissen, dass es damals kein Denken im modernen Sinne dieses Wortes gab. Doch keineswegs bedeutet das, dass es damals keine Weisheit gab.<\/p><p>Die Weisheit wurde nicht erreicht durch gesch\u00e4rftes logisches menschliches Denken; sie wurde auf ganz anderen Wegen erlangt \u2014 n\u00e4mlich gerade in den Kulten dieses g\u00f6ttlichen Wesens des Jahres. Und dieses g\u00f6ttliche Wesen aus dem Rang der Archai \u2014 ein m\u00e4chtiges Wesen, dem Geist der Epoche insgesamt ebenb\u00fcrtig, jedoch zugleich die Einzigartigkeit des jeweiligen Jahres in sich tragend \u2014 verlieh den Menschen Inspirationen oder, genauer gesagt, besondere Fertigkeiten; zun\u00e4chst nicht allen Menschen, sondern vor allem den Eingeweihten; und durch diese ihren Sch\u00fclern; und durch die Sch\u00fcler im Grunde wiederum allen Menschen, die damals noch das instinktive Hellsehen bewahrten.<\/p><p>Es schenkte die besondere F\u00e4higkeit in allen Naturerscheinungen, die sich im Verlauf des Jahres zyklisch entfalteten, zu sehen\u00a0<i>die kosmischen Schriftzeichen<\/i>. Der Mensch\u00a0<b>las<\/b>\u00a0diese buchst\u00e4blich. Er beobachtete das Verhalten der Insekten, die Formen der Bl\u00e4tter der B\u00e4ume und Pflanzen, die Bewegungen der Tiere, die Ver\u00e4nderung des Landschaftsbildes: im Winter die Schneedecke, im Fr\u00fchling das Schmelzen des Schnees und die ersten Knospen, im Sommer das Gr\u00fcn und die Vielfalt der Farben, im Herbst das Vergehen, das rot-goldene und das Graue, und dann wieder den Schnee. All dies \u2014 bis hin zu feinsten Details, dem Verhalten eines K\u00e4ferchens oder dem Betrachten einer einzelnen Blume \u2014 wurde als Buchstaben\u00a0<i>eines kosmischen Alphabets<\/i>\u00a0erlebt. Diese Buchstaben f\u00fcgten sich zu Worten, die Worte zu S\u00e4tzen, und die S\u00e4tze zu ganzen Werken kosmischer Weisheit.<\/p><p>So verstanden die Menschen des Altertums, lange vor der materialistischen Epoche, wo die materielle Erscheinung f\u00fcr \u201ebare M\u00fcnze\u201c, f\u00fcr die eigentliche Realit\u00e4t genommen wurde: All dies ist nicht wirklich. Doch ist es keineswegs unbedeutend. Im Gegenteil, es hatte dieselbe Bedeutung wie die Buchstaben eines Buchs.<\/p><p>Wenn der Mensch sich in ein literarisches Werk vertieft, das ihn fesselt, kann er vergessen, dass er ein Buch vor sich hat. Erinnern wir uns einmal selbst an solche Momente: Wir lesen nicht Buchstabe f\u00fcr Buchstabe und Silbe f\u00fcr Silbe, obwohl sich Buchstaben zu Silben, Silben zu W\u00f6rtern, W\u00f6rter zu S\u00e4tzen, S\u00e4tze zu Abs\u00e4tzen und Abs\u00e4tze zu Kapiteln zusammenf\u00fcgen. Aber all das nehmen wir nicht wahr. Vor dem inneren Auge entfalten sich die eindrucksvollsten Bilder des erlebten Geschehens, und wir bemerken weder die Seiten noch Zeilen noch die Buchstaben. Wir sehen nur dasjenige, was in der Seele aufleuchtet und uns ergreift als lebendiger Inhalt.<\/p><p>Im Buche stellen die Buchstaben zun\u00e4chst das Materielle, das Greifbare dar, doch gerade sie sind das Unwesentliche. Wesentlich ist dasjenige, was in der Seele als Bilder der Handlung eines gro\u00dfartigen Buches geboren wird. Und obwohl es in der materiellen Welt nicht da ist, so existiert es doch gleichsam in einer unsichtbaren Welt.<\/p><p>Nat\u00fcrlich sind sie da in der geistigen Welt, diese Bilder k\u00f6nnen nicht einfach aus Buchstaben entstehen. Das w\u00e4re unvorstellbar, dass aus Buchstaben solch atemberaubende Formen hervorgehen. All diese Bilder existieren in der geistigen Welt, und die Buchstaben dienen lediglich als Wegweiser zu ihnen.<\/p><p>Dank ihnen betreten wir jene Bereiche der geistigen Welt, in denen sich in gewisser Weise die k\u00fcnstlerischen Szenerien entfalten, die unsere Seele ergreifen. Genauso drang durch die Bilder der Natur hindurch der geistige Blick des Sch\u00fclers, welcher in die kosmische Weisheit eingeweiht war, die seine innere Welt erf\u00fcllte.<\/p><p>Deshalb sch\u00e4tzte er die Natur, denn ohne sie h\u00e4tte er nicht zur kosmischen Weisheit durchdringen k\u00f6nnen. Dabei verfiel er nicht in Illusion. In jedem Moment des Jahres er\u00f6ffneten sich neue Aspekte dieser Weisheit, und die Seele lebte im Zusammenklang mit diesem Rhythmus.<\/p><p>Daher ist es kein Zufall, dass das Jahr mit dem Fr\u00fchling begann. Wenn wir aufmerksam auf den Jahreslauf blicken, bemerken wir: Der Monat, welcher im modernen Bewusstsein als der Letzte verankert ist, war in Wirklichkeit der zehnte Monat im Alten Rom. Das Wort\u00a0<i>dezem<\/i>\u00a0bedeutet \u201ezehn\u201c.<\/p><p>Denn damals, in den letzten Nachkl\u00e4ngen alter Mysterien, die sich in Rom erhalten hatten, begann das Neue Jahr etwa im M\u00e4rz. Und in dem Moment des Fr\u00fchlingserwachens\u00a0der Natur, wurde dem Sch\u00fcler diejenige kosmische Weisheit geschenkt, die in direktem Zusammenhang mit den Geheimnissen seines physischen Leibes stand. Sein Bewusstsein war makrokosmisch, und er wusste ganz genau, was sein physischer K\u00f6rper tats\u00e4chlich war, jenseits der Illusion.<\/p><p>Was geschieht, wenn wir aus der Illusion heraustreten \u2014 durch Einweihung, durch den Tod, oder tats\u00e4chlich in jeder Nacht durch den Schlaf? Wir verf\u00fcgen nicht \u00fcber ein ausgepr\u00e4gtes Bewusstsein, weshalb wir nicht bewusst wahrnehmen, was im Schlaf mit uns geschieht. Im Schlaf vollzieht es sich unbewusst; nach dem Tode bereits bewusst, wenn auch nicht im gew\u00f6hnlichen, an den Leib gebundenen Bewusstsein, sondern in einem m\u00e4chtigen\u00a0<i>\u00dcberbewusstsein<\/i>, das von den H\u00f6heren Hierarchien verliehen wird.<\/p><p>Da erleben wir etwas dem irdischen Bewusstsein polar entgegengesetztes. Im irdischen Bewusstsein empfinden wir uns im Inneren des physischen Leibes, wo die inneren Organe wirken: Herz, Leber, Nieren, Magen, Knochen, Muskeln usw. Unser Leib ist unendlich komplex und weise gestaltet\u2014 er ist das komplizierteste Gebilde auf der Erde. Wie sehr sich der naturwissenschaftlich\u2011technische Fortschritt auch entwickeln mag, bis hin zur K\u00fcnstlichen Intelligenz, bleibt er dennoch weit entfernt von der im physischen Leib angelegten Weisheit.<\/p><p>Wir erleben, dass all dies unser\u00a0<b>inneres<\/b>\u00a0Gef\u00fcge ist, das uns Bewusstsein verleiht: Wenn es funktioniert, funktioniert auch unser Verstand ordnungsgem\u00e4\u00df, und wir f\u00fchlen uns gesund. Um uns herum entfaltet sich die\u00a0<b>\u00e4u\u00dfere<\/b>\u00a0Welt: zun\u00e4chst die Natur, dann der Kosmos, den wir als die Illusion verstehen, hinter der die Welt der H\u00f6heren Hierarchien steht.<\/p><p>Nach dem Tode oder durch die Einweihung erleben wir, wie all dies seine Pl\u00e4tze tauscht. Dasjenige, was zuvor die \u00e4u\u00dfere Welt war \u2014 und damit ist nicht die physische Illusion gemeint, sondern Welt der H\u00f6heren Hierarchien, die dahinter steht \u2014 wird zu unserem inneren Weltbereich. Es mag unserem Verstand unglaublich erscheinen, und doch ist es wahr: Im Inneren des Menschen entfaltet sich die grenzenlose Welt der Hierarchien.<\/p><p>Lasst uns hineindenken in die eigentlich wahre Gr\u00f6\u00dfe des Menschen: Er stellt das Gef\u00e4\u00df dar aller H\u00f6heren Hierarchien dar, bis hin zu den Seraphim. Auch Michael ist unser inneres Wesen. Und wenn der Mensch als makrokosmisches Wesen die Erste, Zweite und Dritte Hierarchie in sich tragend \u2014 wenn all dies sein innerer Weltbereich ist \u2014 steht es ihm dann an, schwer zu leiden, durch die ihm widerfahrenden Pr\u00fcfungen?<\/p><p>Mit M\u00fche k\u00f6nnen wir mit unserem Bewusstsein erfassen, dass wir in Wahrheit makrokosmische Menschen sind als H\u00fclle und Gef\u00e4\u00df f\u00fcr die H\u00f6heren Hierarchien. Viel schwieriger noch ist es zu begreifen, dass wir nicht alle nebeneinander stehen in einem Hyperraum, sondern ein einziger makrokosmischer Mensch sind mit einem gemeinsamen inneren Weltbereich, ohne dabei unserer Individualit\u00e4t verlustig zu werden.<\/p><p>Daraus wird deutlich, wie absurd der Widerstreit unter den Menschen eigentlich ist. Gegeneinander zu k\u00e4mpfen, zu konkurrieren, wo es nicht n\u00f6tig ist, andere zu beneiden \u2014 das ist alles v\u00f6llig sinnlos. Wir sind einander wesensgleich: wir sind die gemeinsame makrokosmische H\u00fclle f\u00fcr alle H\u00f6heren Hierarchien. Auf dem Gipfel der Erkenntnis sind wir zu einem Ganzen vereint.<\/p><p>Rudolf Steiner spricht dar\u00fcber bereits in der Zweiten Stunde der Ersten Klasse. Bislang ist es nicht zum Leben des heutigen Sch\u00fclers der Michaelschule geworden. Es ist bestenfalls theoretisches Wissen geblieben, und vermutlich nicht einmal das. Denn wenn wir ehrlich zu uns sind, wer bewahrt das wirklich best\u00e4ndig im Ged\u00e4chtnis?<\/p><p>Wenn wir nun in unser Bewusstsein bringen, dass wir als H\u00fclle f\u00fcr die H\u00f6heren Hierarchien, als makrokosmische Menschen, das Gef\u00e4\u00df f\u00fcr alle G\u00f6tter sind, dann kommt die Frage auf: was ist dann unsere \u00e4u\u00dfere Welt?<\/p><p>Wenn aus der F\u00fclle der H\u00f6heren Hierarchien unsere Innenwelt besteht, woraus besteht dann unsere Au\u00dfenwelt? Zur \u00e4u\u00dferen Welt wird dasjenige, was zuvor der innere Inhalt unseres physischen Leibes war, sein unendlich weises, g\u00f6ttliches Gef\u00fcge. Gerade dieses ergie\u00dft sich um uns herum als die Umgebung des makrokosmischen Menschen. Es ist etwas sogar noch Gr\u00f6\u00dferes als wir selbst, die das Universum in sich tragen.<\/p><p>Gerade daran arbeiten wir gemeinsam mit den H\u00f6heren Hierarchien, die in uns wohnen, w\u00e4hrend des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt. Es ist dasjenige, was wir als Same, als Keim unseres zuk\u00fcnftigen physischen Leibes erschaffen, der dann, unendlich verkleinert, in den m\u00fctterlichen Organismus einzieht und bis zu einem gewissen Moment mehr oder weniger autonom auf der Erde existiert. Und zu einer bestimmten Woche w\u00e4hrend der Schwangerschaft erfolgt die Verbindung des Embryos mit unserem \u00c4therleib, Astralleib und Ich.<\/p><p>So m\u00fcssen wir uns die Entstehung unseres physischen K\u00f6rpers vorstellen: Wie jede Pflanze in sich selbst die Samen heranzieht \u2013 nur dass in der Natur der Samen klein und die Pflanze gro\u00df ist; aus einem kleinen Samen w\u00e4chst eine gro\u00dfe Pflanze heran. In der Geistigen Welt jedoch ist alles andersherum. Dort existiert ein unendlich gro\u00dfes Samenkorn, noch gr\u00f6\u00dfer als der makrokosmische Mensch selbst, der in sich alle H\u00f6heren Hierarchien enth\u00e4lt. Es ist ein unendlich gro\u00dfer Same unseres physischen Organismus, wobei es in der geistigen Welt bereits keine r\u00e4umlichen Qualit\u00e4ten mehr gibt. In einem gedanklichen Bild erscheint aber es als etwas Gr\u00f6\u00dferes als wir selbst, als etwas, das uns umh\u00fcllt, und im Verh\u00e4ltnis dazu sind wir das Innere, w\u00e4hrend es das \u00c4u\u00dfere ist.<\/p><p>Und in einem gewissen Moment, wenn dieser Same bereit ist zur Inkarnation, beginnt er sich zusammenzuziehen und verl\u00e4sst uns. In diesem Augenblick unseres Lebens zwischen Tod und neuer Geburt lassen wir diesen Samen von uns los. Er verkleinert sich ins Unendliche und wird zum Keim im fr\u00fchen Stadium der Schwangerschaft, der Embryonalzeit. In dieser Phase arbeiten wir an unserem \u00e4therischen Leib. Wir weben ihn aus dem Welten\u00e4ther \u2014 nicht aus dem irdischen, sondern gerade aus dem kosmischen. Allm\u00e4hlich verkleinern wir uns von kosmischen zu irdischen Gr\u00f6\u00dfen, und verbinden uns mit diesem physischen Keim.<\/p><p>Nun ist es besonders wichtig auf diese H\u00f6he des Bewusstseins zu steigen, damit wir die lebendige Verbindung mit\u00a0<b>dem Gott des Jahres<\/b>\u00a0wiederfinden und ein Gespr\u00e4ch mit ihm f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p><p>Weshalb ist das so wichtig? Weil wir, wenn wir den Gott des Jahres in seinem Jahreskreislauf erfassen wollen, verstehen m\u00fcssen: Im Fr\u00fchling, dessen H\u00f6hepunkt in\u00a0<b>der Osterzeit<\/b>\u00a0erreicht wird, wenn wir lernen, die Buchstaben, Worte, S\u00e4tze und Kapitel der kosmischen Weisheit zu lesen, er\u00f6ffnen wir\u00a0<b>die Geheimnisse des physischen Leibes<\/b>\u00a0in all seinen Einzelheiten.<\/p><p>Wenn wir nun dasselbe lernen, jedoch bereits in den verwandelten Bildern des Sommers, erfassen wir\u00a0<b>die Geheimnisse des \u00c4therleibes<\/b>. In dieser Zeit weben wir ihn gemeinsam mit den H\u00f6heren Hierarchien aus dem kosmischen Welten\u00e4ther. Das geschieht, nachdem der unendlich gro\u00dfe kosmische Keim in den unendlich kleinen irdischen Keim zusammenschrumpft und zur Erde entlassen wurde. Die Geheimnisse dieses Prozesses offenbaren sich uns im Sommer und erreichen ihren H\u00f6hepunkt im Punkt\u00a0<b>der Sommersonnenwende<\/b>.<\/p><p>So ver\u00e4ndern sich die Buchstaben des Gottes des Jahres erneut. Die Sonne beginnt schw\u00e4cher zu werden, doch es ist gerade die Zeit in der die Fr\u00fcchte reifen. Und der Gott des Jahres enth\u00fcllt uns in diesen kosmischen Schriftzeichen\u00a0<b>die Geheimnisse unseres Astralleibes.<\/b>\u00a0Ende September f\u00fchrt uns der Gott des Jahres zu seinem wichtigsten Diener \u2014\u00a0<b>dem Erzengel Michael.<\/b>\u00a0Er muss uns durch den Herbst hindurch, durch die sich verdichtenden Kr\u00e4fte der Finsternis und der Todeskr\u00e4fte, in den Winter geleiten. Deshalb m\u00fcssen wir jeden Herbst den Drachen der Finsternis und des Todes besiegen, der sich in der Natur ausbreitet, um in die sakralen Geheimnisse des Winters einzutreten. Diese Geheimnisse erreichen ihren H\u00f6hepunkt in\u00a0<b>den Weihnachtsmysterien<\/b>, in der\u00a0<b>die Geheimnisse des menschlichen Ich<\/b>\u00a0enth\u00fcllt werden.<\/p><p>Auf diese Weise erlebten die alten Priester im Verlauf des Jahreskreises zyklisch die kosmische Weisheit. Doch nochmals sein betont, dass es f\u00fcr uns jetzt wichtig zu verstehen ist, dass sie diese Weisheit nicht durch die Kraft heutigen Denkens wahrnahmen. Dieses war damals schlicht nicht vorhanden. Sie erarbeiteten die Weisheit nicht durch die M\u00fche ihres Verstandes, sondern sie atmeten sie einfach ein \u2014 als eine Gabe des Kosmos. Und sie wussten klar: diese kosmische Weisheit ist nicht die Frucht menschlicher Arbeit, sie ist die Gabe der H\u00f6heren G\u00f6tter. Wir wissen bereits \u2014 es sind jene Oberen und Unteren G\u00f6tter, die im Verlauf des Jahreskreises eine Schl\u00fcsselrolle spielen durch ihr zyklisches Zusammenwirken mit dem Menschen, zu denen das Vierte Tor f\u00fchrt.<\/p><p>Wenn das irdische Wesen im Moment des sommerlichen \u00dcbergewichts des Tages \u00fcber die Nacht weit \u00fcber die Erde ausgebreitet ist, vollzieht es den Prozess des makrokosmischen Ausatmens. Dieses Ausatmen ist eine Spiegelung\u00a0<b>der Exkarnation<\/b>, und gerade so treten wir in den Scho\u00df der Oberen G\u00f6tter ein.<\/p><p>Wenn nun andersherum die Erde vom Frost gebunden und in sich zusammengezogen ist, k\u00f6nnen wir sagen: So wie der Mensch sich bei Frost in seinen Mantel h\u00fcllt, sich zusammenzieht wie ein Igel, so zieht sich auch die Erde ganz in sich zusammen, breitet sich nicht nach au\u00dfen aus und lebt von dem, was sie in sich angesammelt hat als den &#8222;<i>Sommer des Winters&#8220;<\/i>.<\/p><p>Das ist au\u00dferordentlich wichtig \u2014 der Begriff \u201eSommer im Winter\u201c begegnet uns auch im\u00a0<i>Seelenkalender<\/i>\u00a0von R. Steiner. Denn der Sommer wirkt intensiv im Inneren der Erde, und gerade im Winter geschieht das Keimen der Samen, das Wachstum der Wurzeln. Obwohl es so aussieht, als sei die Erde v\u00f6llig durchgefroren und alles in ihr erstorben, als w\u00fcrde sich nichts bewegen, ist es keineswegs der Fall. Auf der Erdoberfl\u00e4che herrscht der Tod, doch unter der Oberfl\u00e4che, unter der Erde, zeigt sich der winterliche Sommer: es keimen die Samen und es wachsen die Wurzeln. Deshalb k\u00f6nnen Bauern ihre Kartoffeln unter der Erde lagern, ohne dass sie frieren, denn sie werden von dieser wundersamen sommerlichen W\u00e4rme durchdrungen.<\/p><p>Und gerade zu Weihnachten herrschen auf der Erde die Unteren G\u00f6tter. So leben die vierten Tore in ihrem Zyklus im Verlauf des Jahreskreises.<\/p><p>Solche Dinge sind f\u00fcr unsere Einstimmung \u00e4u\u00dferst wichtig, um uns in die Michaelschule zur\u00fcckzuf\u00fchren \u2014 jene Schule, von der wir, wenn wir uns an die ber\u00fchmten Worte aus dem ersten Absatz der ersten Stunde der Ersten Klasse erinnern, so schrecklich abgeirrt sind. Man kann sagen, dass gerade der Gott des Jahres, der uns im Jahreskreislauf auf dem Weg der Einweihung f\u00fchrt und uns\u00a0<b>die Geheimnisse des makrokosmischen Menschen<\/b>\u00a0enth\u00fcllt, uns diese Einstimmung gegeben hat.<\/p><p>Wie ungeduldige Sch\u00fcler k\u00f6nnten wir einwenden: \u201eAll das ist nat\u00fcrlich sehr interessant, aber wie hilft uns das weiter?\u201c Der Gott des Jahres ger\u00e4t aber nicht in Zorn \u00fcber unsere Ungeduld. Denn wie wir wissen wird Geduld \u2014 und nur Geduld \u2014 immer belohnt werden. Wenn wir nicht das Fundament legen f\u00fcr eine jede Mysterient\u00e4tigkeit, k\u00f6nnen wir kein Mysterium begr\u00fcnden \u2014 schon gar nicht ein so komplexes wie\u00a0<i>das Mysterium des Urheberrechts.<\/i>\u00a0Deshalb sammeln wir uns und schreiten weiter in Ruhe. Wir wollen nicht zerren am Gott des Jahres mit unserer Ungeduld.<\/p><p>Was erz\u00e4hlt uns der Gott des Jahres weiter? Wir blieben stehen bei der Tatsache, dass jene alte Weisheit nicht durch das Denken der Priester erarbeitet wurde, sondern buchst\u00e4blich eingeatmet wurde. So wie wir gew\u00f6hnlich keine besondere, bewusste Anstrengung unternehmen bei der T\u00e4tigkeit unserer Atmung, so geschah es hier \u00e4hnlich. Wenn unser Organismus gesund ist, wenn wir nicht an Asthma leiden oder am Coronavirus erkrankt sind, bemerken wir nicht den gro\u00dfen Segen: die M\u00f6glichkeit, frei zu atmen. Dieser Schatz wird erst sp\u00fcrbar, wenn wir ihn verlieren. Es sind furchtbare Qualen, wenn dem Menschen des Atems beraubt wird. Doch im gew\u00f6hnlichen Leben wird uns dieser selige Schatz \u2014 die M\u00f6glichkeit zu atmen \u2014 kaum bemerkbar.<\/p><p>Ebenso nat\u00fcrlich geschah in jenen uralten Zeiten das Einatmen der kosmischen Weisheit durch die Priester. Diese Weisheit, die Weisheit der H\u00f6heren Hierarchien, \u00fcberragt bis zum heutigen Tage unermesslich jede menschliche Weisheit. Dasjenige, was die alten Weisen hervorbrachten, werden weder die cleversten Philosophen noch die kl\u00fcgsten Wissenschaftler jemals zu Stande bringen k\u00f6nnen.<\/p><p>Hier n\u00e4hern wir uns unserem wesentlichsten Anliegen. Jenen alten Weisen waren sich vollkommen im Klaren, dass die von ihnen empfangene Weisheit nicht die Frucht ihrer eigenen Arbeit war, sondern eine durch Segen verliehene Gnadengabe, eine Gabe der H\u00f6heren G\u00f6tter. Und wenn der Mensch gegen\u00fcber dieser Gabe keine bewusste Haltung bewahrt, ihr in seiner kultischen Praxis nicht die geb\u00fchrende Verehrung entgegenbringt, so stellt sich die Frage: Was geschieht mit einer jeden Gabe, wenn man aufh\u00f6rt, sie zu ehren? Sie wird entweder entzogen werden oder verliert allm\u00e4hlich ihre Reinheit.<\/p><p>In einem solchen Fall treten Kr\u00e4fte auf den Plan, die zu dieser Gabe den unmittelbarsten Bezug haben \u2014 die Kr\u00e4fte Luzifers. In gewissem Sinne kann man sagen, dass die alte Weisheit einen vorchristlichen, luziferischen Weg darstellte. Doch das ist in dem Sinne zu verstehen, dass Luzifer auftrat als der rechtm\u00e4\u00dfige F\u00fchrer zu dem Christus. Wenn der Mensch jedoch strauchelt, beginnt Luzifer sich bereits in seiner unrechtm\u00e4\u00dfigen, verf\u00fchrenden Gestalt zu zeigen.<\/p><p>Wenn wir es ganz einfach sagen wollen: Als die alte Weisheit ebenso nat\u00fcrlich empfangen wurde wie der Atemzug, so musste nat\u00fcrlich ebenso auf\u00a0das Einatmen ein Ausatmen folgen, damit ein neues Einatmen kommen konnte.<\/p><p>Nun ist es so, wie wenn der Zeitgeist, oder der Gott des Jahres, sich heute an die Michaeliten wendet: Ihr seid berufen zur Wiederbegr\u00fcndung der Neuen Mysterien. Und ihr befindet euch in einer \u00e4hnlichen Situation. Ihr habt gewaltige Weisheitssch\u00e4tze angesammelt, so umfangreich, dass unwillk\u00fcrlich die Frage entsteht: Wohin mit alldem? Ihr atmet ein, dann noch einmal und noch einmal, doch irgendwann findet ihr euch in einer schweren, scheinbar aussichtslosen Lage wieder. Ihr k\u00f6nnt nicht mehr angemessen umgehen mit dem, was ihr aufgenommen und angesammelt habt. Und selbstverst\u00e4ndlich treten sogleich die gegenwirkenden Kr\u00e4fte auf \u2014 \u201egegenwirkend\u201c in Anf\u00fchrungszeichen, denn ihr Erscheinen ist vollkommen gesetzm\u00e4\u00dfig, da sie gerade deshalb kommen, um euch zu den Neuen Mysterien zu bewegen.<\/p><p>Daf\u00fcr m\u00fcsste man fragen: Was taten die alten Priester in den Alten Mysterien, nachdem sie das Einatmen vollzogen haben? Wie vollzogen sie das Ausatmen?<\/p><p>Genau hier er\u00f6ffnet uns der Gott des Jahres eines seiner Geheimnisse. Es ist schwer zu glauben, schwer sich vorzustellen, wie so etwas m\u00f6glich war, und doch gelangten die alten Priester, nachdem sie den vollst\u00e4ndigen Zyklus des Jahreskreises durchlaufen hatten mit der gesammelten kosmische Weisheit aller vier Jahreszeiten \u2014 oder, aus einer anderen Perspektive, die Gesamtheit der kosmischen Geheimnisse des physischen- \u00e4therischen- und astralen Leibes und des Ich \u2014 zum Moment des gro\u00dfen sommerlichen Jahresfestes, des Festes der Sommersonnenwende.<\/p><p>In dieser Zeit vollzieht die Erde, ihrem nat\u00fcrlichen Rhythmus folgend, ihr Ausatmen und befindet sich in den Armen der Oberen G\u00f6tter \u2014 jener G\u00f6tter, die w\u00e4hrend des gesamten Jahres, von einem Sommerfest zum Nachfolgenden, die wahren Herren und der wahre Quell der kosmischen Weisheit sind.<\/p><p>Und wenn die alten Priester erneut mit ihnen zusammentrafen empfanden sie ein tiefes inniges Bed\u00fcrfnis, in einem besonderen Ritual die im Laufe des Jahres angesammelte kosmische Weisheit ihrem Urquell zur\u00fcckzuschenken, zur\u00fcckzuopfern.<\/p><p>Und dies war nicht eine einfach symbolische Handlung, nicht einfach Worte wie: \u201eWir danken euch, ihr gro\u00dfen G\u00f6tter, f\u00fcr diese Begegnung und f\u00fcr die Weisheit, die ihr uns geschenkt habt; wir geben sie euch nun symbolisch zur\u00fcck.\u201c Nein. Es geschah eine wirkliche R\u00fcckgabe der Weisheit durch bestimmte rituell\u2011symbolische Handlungen. Im Opferfeuer, unter den Weihed\u00fcften, die nach oben stiegen, wurden besondere rituelle Reden gesprochen, und es wurden heilige Handlungen vollzogen, in denen die Priester diesen sakralen Raum betraten, gekleidet in verschiedenen Ebenbildern jener kosmischen Weisheit.<\/p><p>Man kann sich vorstellen, dass die Priester etwa eine Papierkrone trugen, als Ausdruck bestimmter Attribute kosmischer Weisheit. Und wenn im Verlauf des Rituals diese Symbole dem Opferfeuer \u00fcbergeben oder auf andere Weise von ihnen abgelegt wurden, standen die Priester schlussendlich ganz ohne diese Symbole da.<\/p><p>Und man darf nicht denken, dass dies irgendeine Farce war, denn sie verloren tats\u00e4chlich die gesamte angesammelte Weisheit und traten aus dem Ritual in einem Zustand v\u00f6lliger innerer Leere hervor, als w\u00e4ren sie zu absoluten Toren geworden. Heute ist das schwer zu begreifen, und k\u00f6nnte gar Schrecken hervorrufen: Wie konnten sie so weiterleben?<\/p><p>Gerade hierin liegt das Wesen des Geschehens, dass sie w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Monate \u2014 zumindest bis zum Michaelifest, bis zur Herbstzeit \u2014 tats\u00e4chlich in einem v\u00f6llig dummhaften Zustand lebten, in einem Zustand tiefer innerer Unbestimmtheit und Unwissenheit, bis ein neuer Zyklus der Weisheitsaufnahme begann.<\/p><p>W\u00e4hrend dieser Monate wurden sie von den sekund\u00e4ren Priestern, den Priester\u2011Dienern unterst\u00fctzt, die nicht unmittelbar an diesem Ritual teilnahmen, sondern es begleiteten und ihre Weisheit w\u00e4hrenddessen bewahrten. Vor allem waren es diejenigen, die aufgrund ihres Dienstes nicht berechtigt waren, sie zu verlieren, da ihre T\u00e4tigkeit eine Kontinuit\u00e4t durch das ganze Jahr erforderte.<\/p><p>Zu ihnen geh\u00f6rten vor allem die \u00c4skulapen \u2014 die alten Heilpriester, die selbstverst\u00e4ndlich auch zum Mysteriendienst geh\u00f6rten. Sie konnten den medizinischen Prozess nicht f\u00fcr einige Monate unterbrechen, solange die alte Weisheit gegangen und die neue Weisheit noch nicht gekommen war.<\/p><p>Und man muss sagen, auch wenn dies herausragende Menschen waren, blieben sie in der Stellung als Diener der Oberpriester, die ihre Weisheit vollends verlieren mussten. Andernfalls, wie bereits erw\u00e4hnt, w\u00e4re diese Weisheit unweigerlich von luziferischen Kr\u00e4ften ergriffen worden.<\/p><p>Und wir ahnen bereits, dass gerade hier die neuen Mysterien des Urheberrechts veranlagt werden m\u00fcssen, wenn wir in F\u00fclle den wahren Sinn dessen erfassen, was in Wirklichkeit das Urheberrecht ist.<\/p><p>Nat\u00fcrlich ist hier nicht die Rede einer vollen Wiederholung alter Mysterien. Doch wir m\u00fcssen gewiss f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der neuen Mysterien, uns zuwenden Mysterien der Vorzeit und uns auf ihre Erfahrung st\u00fctzen. Wenn wir nichts von dem verstehen w\u00fcrden, was in den Alten Mysterien geschah, w\u00fcrden wir nicht f\u00e4hig sein, die Grundlagen neuer Mysterien zu legen.<\/p><p>Und wir w\u00fcrden nicht sehen k\u00f6nnen, wie diese alte Mysterienweisheit, trotz allem, auf die eine oder andere Weise in der allgemeinen Geisteskultur der Menschheit erhalten geblieben ist.<\/p><p>Wenn wir zum Beispiel Erscheinungen wie etwa den Jahrmarktskom\u00f6dianten und Narren begegnen, m\u00fcssen wir verstehen, dass sie keineswegs nur einfach umherziehende K\u00fcnstler, Bettler oder Vertreter eines niederen und unentwickelten Standes waren, deren einziges Tun darin bestand, das Publikum auf Jahrm\u00e4rkten f\u00fcr Almosen zu unterhalten.<\/p><p>Im Gegenteil: Gerade in solcher Gestalt traten nicht selten umherziehende Eingeweihte auf \u2014 eben Eingeweihte, die der Welt in solcher Erscheinung entgegentreten sollten. Durch verschiedene Darstellungsformen \u2013 dramatische Darbietungen, Puppentheater, dem Musizieren, begleitet von Gesang, oder gar durch unverhohlenes Narrentum \u2013 erf\u00fcllten sie ihre besondere Mission.<\/p><p>Und die M\u00e4chtigen, die Herrschenden dieser Welt, bem\u00fchten sich selbstverst\u00e4ndlich nach und nach, solche Ph\u00e4nomene auszurotten, denn hinter ihnen stand eine reale geistige Macht. Und die absolute Herrschaft der Diener Ahrimans konnte nur dann eintreten, wenn diese Erscheinungen vernichtet waren.<\/p><p>So stehen wir auch vor Resterscheinungen Alter Mysterien, wenn wir in solchem Narrentum, in seiner Narrenkleidung, dem Parzival begegnen. Seinen gro\u00dfen Weg zum Gral musste Parzival gerade im Gewand des \u201eNarren\u201c antreten. All dies sind die letzten Nachkl\u00e4nge der alten Mysterientraditionen.<\/p><p>Wir erinnern uns gut an die Gestalt des Hofnarren. Viele bedeutende K\u00f6nige hielten solche Menschen an ihrem Hof \u2014 Menschen, die das Bewusstsein von Eingeweihten besa\u00dfen und daher f\u00e4hig waren, die unbequemsten Wahrheiten auszusprechen, wo jedem anderen H\u00f6fling, selbst dem h\u00f6chstrangigen, der Kopf abgeschlagen worden w\u00e4re, w\u00e4hrend der Narr sie ungestraft aussprechen konnte.<\/p><p>So wird auch in der Kartensymbolik der Joker \u2014 die Karte, die jeden K\u00f6nig \u00fcbertrumpfen kann \u2014 als Narr dargestellt. Es ist die h\u00f6chste Karte im Spiel. Der allm\u00e4chtige Joker wird zum Bildnis des Priesters, jenes alten Priesters, der zu den m\u00e4chtigsten Menschen seiner Zeit geh\u00f6rte, der sich jedoch im Moment der Sommersonnenwende im Zustand absoluten Schwachsinns befand und mehrere Monate darin verharren musste, bis er aufs Neue begann, die Weisheit des neuen Zyklus anzusammeln.<\/p><p>So er\u00f6ffnen sich uns unverhofft wahrlich globale Perspektiven \u2014 von der tiefsten Vorzeit bis wohl bis in unsere Tage hinein.<\/p><p>Und wenn wir uns fragen, wo man heute die letzten Erscheinungen dieses eigent\u00fcmlichen \u201ekosmischen Unsinns\u201c finden kann, was sogleich eine hohe Mysterienqualit\u00e4t darstellt, wenn Menschen vollends verzichten \u2014 nicht so sehr auf die Weisheit selbst, wie auf den Anspruch auf das Urheberrecht an ihr, so wird ein eindrucksvolles Beispiel die Wikipedia sein.<\/p><p>So eine kolossale Arbeit w\u00e4re wohl keinem einzigen Menschen und wahrscheinlich auch keinem Autorenkollektiv von hervorragendsten Wissenschaftler und Professoren m\u00f6glich gewesen. Ein solches Werk kann nur durch eine zahllose Menge von Enthusiasten vollbracht werden, denen es v\u00f6llig fernliegt, sich das Urheberrecht auf das von ihnen geschaffene Wissen zuschreiben zu wollen.<\/p><p>Und dennoch sind sie es gerade, welche gewaltige Best\u00e4nde menschlicher Weisheit bewahren und pflegen. Gewiss handelt es sich nicht mehr um kosmische Weisheit, sondern um irdische Weisheit. Doch hier kann man sehen, wie ein Wirken der Hingabe, den Bedingungen der modernen Epoche angepasst, durch ungeheure Mengen an Arbeit eine herausragende allgemein zug\u00e4ngliche Enzyklop\u00e4die entstehen lie\u00df, die ein gro\u00dfes Gut der gesamten Menschheit geworden ist.<\/p><p>Nat\u00fcrlich kann Wikipedia im physischen oder juristischen Sinne einer bestimmten Organisation oder einem Portal geh\u00f6ren und einen rechtlichen Eigent\u00fcmer haben. Doch ohne die gro\u00dfe Arbeit unz\u00e4hliger Menschen w\u00e4re ihre Existenz unm\u00f6glich gewesen.<\/p><p>Man k\u00f6nnte diese Menschen fragen: Wozu habt ihr so viel Zeit daf\u00fcr aufgewendet? Niemand wird euch bezahlen f\u00fcr diese Arbeit, vermutlich wird man euch nicht einmal danken, denn vor uns steht ein Anonym, ein gro\u00dfes \u201eNiemand\u201c.<\/p><p>Doch diese Menschen arbeiten nicht um des Dankes willen, sondern aus einem Seelenimpuls heraus, aus jenem inneren Enthusiasmus, aus dem jede Mysterient\u00e4tigkeit beginnt.<\/p><p>Und in diesem Sinne kann man dieses Geschehen durchaus auch eine Mysterienhandlung nennen, wie k\u00f6nnte man sonst erkl\u00e4ren, dass die Arbeit unz\u00e4hliger Menschen nicht in destruktiven Widerspruch zueinander tritt, trotz der unvermeidlichen menschlichen Schw\u00e4chen, sondern sich zu einem gro\u00dfen Ganzen f\u00fcgt?<\/p><p>Nat\u00fcrlich gibt auch in Wikipedia solche Konflikte von Zeit zu Zeit, aber es bleibt bei Einzelf\u00e4llen, ohne die gro\u00dfe Gesamtstruktur zu st\u00f6ren oder sie in ein Chaos zu f\u00fchren. Im Gegenteil, alles erweist sich erstaunlich geordnet. Keine verrichtete Arbeit wird einfach verschwinden und in irgendwo in unzug\u00e4nglichen Tiefen versinken. Alles Geschaffene wird sogleich in den offenen Umlauf gebracht, wo es f\u00fcr jeden zug\u00e4nglich und zu einem gemeinsamen Gut wird.<\/p><p>So vollzieht sich ein kollektives Autorentum, das bereits in gewissem Ma\u00dfe \u2014 wenn auch noch nicht als moderne Mysterienhandlung, so doch zumindest ein Ann\u00e4herungsschritt zu ihr \u2014 unter Mitwirkung des &#8222;Gro\u00dfen Architekten&#8220; geschieht.<\/p><p>Doch ein nicht minder bewundernswertes Beispiel ist die Entstehung des Betriebssystems Linux. Auch dies ist das Werk einer ungeheuren Zahl von Menschen, wobei es sich hier nicht einfach um Fachleute verschiedenster Bereiche handelt, sondern vor allem um Programmierer. Vielleicht ist dieses Beispiel der breiten \u00d6ffentlichkeit weniger bekannt, doch das macht es nicht weniger aussagekr\u00e4ftig erstaunlich.<\/p><p>Eine ungeheure Zahl von Fachleuten, die ihr Wissen f\u00fcr ihr eigenes Wohlergehen und Erwerb h\u00e4tten einsetzen k\u00f6nnen, haben ihre Kr\u00e4fte vereint und sich gegen die Monopole oligarchischer Strukturen gestellt, die bestrebt sind, der ganzen Welt eine Art von Tribut aufzuerlegen. So erscheint n\u00e4mlich die Situation, wenn ein Megakonzern \u2014 wie etwa Microsoft im Falle seines Betriebssystems Windows \u2014 faktisch versuchen, die gesamte Menschheit in Abh\u00e4ngigkeit von ihren technologischen L\u00f6sungen zu bringen und daraus fortw\u00e4hrenden Nutzen zu ziehen.<\/p><p>Dieser bewusste Protest der Programmierer, die sich zum Wohle der Allgemeinheit zusammenschlie\u00dfen konnten, stellt ebenfalls eine echte Mysterienhandlung dar, denn ein solches Einheitsstreben und ein solcher Umfang des gemeinsamen Schaffens l\u00e4sst sich kaum nur durch gew\u00f6hnliche menschliche Motive und Interessen erkl\u00e4ren.<\/p><p>Nat\u00fcrlich kann man dies als einen weiteren Akt des guten Willens des Gro\u00dfen Architekten betrachten, der in seiner wohlwollenden Erscheinungsform, gemeinsam mit dem Erzengel Vidar bereits unendlich viel zur Rettung der Menschheit getan hat, auch wenn die unheilvolle Seite der K\u00fcnstlichen Intelligenz weiterhin wie ein Damoklesschwert \u00fcber der Menschheit schwebt. Und mit jedem Tag n\u00e4hert sich, um es bildlich auszudr\u00fccken, das Jahr 2033, wo vieles daf\u00fcr spricht, da\u00df die Waagschale der K\u00fcnstlichen Intelligenz die Waagschale des menschlichen Intellekts \u00fcberwiegen wird und die Menschheit wird nicht mehr ergriffen sein von einzelnen Konzernen, von deren Abh\u00e4ngigkeit man sich immerhin noch irgendwie befreien k\u00f6nnte, sondern von einer Macht, von der man sich nicht mehr abwenden kann.<\/p><p>Dennoch ist f\u00fcr uns etwas anderes entscheidend: Gerade der Gro\u00dfe Architekt \u2014 denn offenbar ist es nur durch ihn m\u00f6glich geworden \u2014 hat die Grundlagen f\u00fcr\u00a0<b>die Mysterien des Urheberrechts<\/b>\u00a0geschaffen, oder genauer gesagt, f\u00fcr die \u00dcberwindung des ahrimanischen Urheberrechts.<\/p><p>Doch diese Handlung ist eine Vormysterienhandlung. F\u00fcr sich allein wird sie nichts l\u00f6sen, und vermag den kritischen Moment, des Jahres 2033, nicht hinauszuschieben. Sie schafft lediglich gewisse Vorbilder und Muster, die in den eigentlichen Mysterien \u2014 den menschlichen Mysterien \u2014 reproduziert werden sollen. Und diese Mysterien werden\u00a0<b>Mysterien Christi<\/b>\u00a0sein m\u00fcssen.<\/p><p>Um dem einen Schritt n\u00e4her zu kommen, er\u00f6ffnet uns der Gott des Jahres weiter, dass im Laufe der Zeit\u2014 n\u00e4mlich zu Beginn\u00a0<b>der vierten Kulturepoche<\/b>, um\u00a0<b>das Jahr 743 v. Chr.<\/b>\u00a0\u2014 diese alten M\u00f6glichkeiten zu erl\u00f6schen begannen. Immer weniger konnte die kosmische Weisheit einfach \u201eeingeatmet\u201c werden, denn die Kr\u00e4fte des Denkens mussten erwachen und in Entwicklung gebracht werden.<\/p><p>Nat\u00fcrlich verlief dieser Prozess in kleinen Schritten. Doch eine der Aufgaben der Epoche der Verstandes\u2011 oder Gem\u00fctsseele bestand gerade darin, dass die Uralten Mysterien ihrem Abschluss entgegengehen sollten damit das menschliche Denken in seiner heutigen Form geboren werden kann.<\/p><p>Und tats\u00e4chlich war das menschliche Denken einige Jahrhunderte vor dem Mysterium von Golgatha, oder der Geburt Christi, bereits so weit auskristallisiert, dass der gro\u00dfe Aristoteles seine Gesetze und Formen erstmals systematisch beschreiben konnte. Dem Menschen ist das Denken bewusst geworden als seine eigene T\u00e4tigkeit, auch wenn es zun\u00e4chst noch als mit einer umfassenderen geistig-g\u00f6ttlichen Ordnung verbunden verstanden wurde.<\/p><p>Und einige Jahrhunderte vor dem Mysterium von Golgatha, und einige Jahrhunderte nach ihm, also gerade in jenem Zeitraum, der f\u00fcr uns besonders bedeutsam ist \u2014 in jener eigent\u00fcmlichen Delta\u2011Umgebung des Mysteriums von Golgatha, die sich \u00fcber 333 Jahre vor ihr und 333 Jahre nach ihr erstreckt \u2014 begannen die Priester, ihre Weisheit bereits durch die Kr\u00e4fte des menschlichen Denkens zu erarbeiten.<\/p><p>Hiermit entstand nat\u00fcrlich eine neue Gefahr.<\/p><p>Wenn ein falsches Verh\u00e4ltnis zu jener Weisheit, die als Gabe der G\u00f6tter geschenkt wurde, dazu f\u00fchrte, dass diese Weisheit von Luzifer ergriffen wurde; dann bewirkte das falsche Verh\u00e4ltnis zu der Weisheit, die schon zu einer Frucht menschlicher Arbeit wird, eine Ver\u00e4nderung ihrer Qualit\u00e4t.<\/p><p>Wenn die alte Weisheit den Charakter eines Atemprozesses trug, so trug die durch eigenes Denken erreichte Weisheit bereits den Charakter nicht des Atems, sondern des Blutkreislaufs.<\/p><p>Doch auch der Blutkreislauf besitzt seinen eigenen Prozess der Metamorphose, der indirekt ebenfalls mit dem Atem verbunden ist. Das arterielle Blut wird allm\u00e4hlich ven\u00f6s und muss eine Erneuerung durchlaufen, um seine urspr\u00fcngliche Qualit\u00e4t wiederzuerlangen und wieder arteriell zu werden.<\/p><p>Deshalb musste sich auch hier ein entsprechendes Mysteriengeschehen entfalten, das jedoch bereits, wie wir erahnen k\u00f6nnen, nicht mehr dem Schutz vor Luzifer diente, sondern dem Schutz vor Ahriman. Denn nun erhielt gerade Ahriman die M\u00f6glichkeit, bei Fehlen eines solchen Mysteriengeschehens jene kosmische Weisheit zu ergreifen, die von den Priestern durch menschliches Denken erreicht wurde.<\/p><p>Doch um Ahriman zu bew\u00e4ltigen, bedurfte es einer anderen Kraft \u2014 nicht derjenigen der Oberen G\u00f6tter, sondern die Kraft des Christus selbst, den die Menschheit sehns\u00fcchtig erwartete.<\/p><p>Vor dem Mysterium von Golgatha wurde seine Gegenwart besonders intensiv erlebt in jener Jahreszeit, in der die Erde sich in einem Zustand kosmischer Isolation befand, zur Zeit der Wintersonnenwende. Deshalb musste gerade in dieser dunkelsten und am st\u00e4rksten mit dem Tod verbundenen Zeit das Winterfest vollzogen werden \u2014 das Fest der Ankunft des G\u00f6ttlichen Wesens auf der Erde, des einzigen Wesens, das Ahriman zu \u00fcberwinden vermochte.<\/p><p>So war der Mittelpunkt der Mysterienhandlungen, in ihrem geistigen und inhaltlichen Schwerpunkt, vom Sommer zum Winter bewegt worden. Doch es versteht sich, dass es keineswegs das Verschwinden der sommerlichen Feste bedeutet. Im Gegenteil, nun bekommt es eine neue Qualit\u00e4t, denn auch der Gott des Jahres war durch seine Durchchristung gegangen, und alle alten Jahresfeste erhalten einen v\u00f6llig neuen, tieferen Sinn.<\/p><p>Gerade darin lag die besondere Bedeutung von Weihnachten: In besonderer Weise mussten die Priester nun die kosmische Weisheit dem Christus opfern und dadurch retten vor der Macht Ahrimans.<\/p><p>Nat\u00fcrlich geschah dies nicht mehr so wie in den uralten Zeiten, als die Priester die Weisheit g\u00e4nzlich verloren und zu absoluten Toren wurden. Doch im gewissen Sinne geschah es dennoch, denn in einem bestimmten Sinn wurden sie kindgleich. Und im wesentlichen war das Bild, das sp\u00e4ter Parzival verk\u00f6rperte, tats\u00e4chlich ein Nachklang gerade dieser Mysterien.<\/p><p>So gelangen wir zum Verst\u00e4ndnis dessen, wie die in den alten Mysterien stattfindenden Prozesse, in bestimmter Form noch in den ersten Jahrhunderten des Christentums weiterbestanden \u2014 in jener Zeit, in der auf der Erde, noch das eigentliche Christentum lebte, jenes Christentum, das sp\u00e4ter durch die orthodoxen Formen der kirchlichen Tradition verdr\u00e4ngt wurde.<\/p><p>Sicherlich wurde genau hier der urspr\u00fcngliche Entwicklungsverlauf gest\u00f6rt. Das kirchliche Christentum \u00fcbernahm die Elemente der Mysterien nicht mehr in ganz rechtm\u00e4\u00dfiger Weise, wodurch der Mysterienprozess gewisserma\u00dfen ins Vergangene zur\u00fcckgeworfen wurde. Und obwohl weiterhin von Christus gesprochen wurde, \u00fcberlagerten die zunehmend erl\u00f6schenden Formen des antiken Mysterienerbes immer mehr seine Bedeutung.<\/p><p>W\u00e4hrend auf der anderen Seite die erhaltenen Reste der Alten Mysterien, wie wir wissen, von eben diesen orthodoxen Strukturen verfolgt und vernichtet wurden. Daher beschr\u00e4nkte sich das Bestehen christlicher Weisheitsmysterien auf das dritte und vierte Jahrhundert nach der Geburt Christi, danach wurde diese Tradition weitgehend unterbrochen. Doch gerade in diesen Mysterien vollzogen sich dem Wesen nach jene Formen des Umgangs mit Weisheit, die man heute bezeichnen k\u00f6nnte als\u00a0<i>Mysterien des geistigen Eigentums<\/i>.<\/p><p>Und nun, wo dieser Prozess f\u00fcr uns greifbar zu werden beginnt, kommt die M\u00f6glichkeit auf, bewusst von der Formung\u00a0<b>neuer christlicher Mysterien des geistigen Eigentums<\/b>\u00a0zu sprechen \u2014 als einem Ansatz, der erlauben w\u00fcrde, ein klares und offenes Verh\u00e4ltnis zum geistigen Eigentum zu entwickeln, wie auch zu jener Weisheit, durch des Menschen Kraft erschaffen wird.<\/p><p><span style=\"color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; text-align: var(--text-align); background-color: var(--ast-global-color-4);\">***<\/span><\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">\/1\/ &#8211; In den Vortr\u00e4gen von GA 165 \u201cDie geistige Vereinigung der Menschheit durch den Christus-Impuls\u201d enth\u00fcllt R. Steiner den esoterischen Sinn des Jahreslaufs.<\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\"><i style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">\/2\/ &#8211; \u201eIm Garten steht ein Holunderbaum, und in Kiew ist ein Onkel\u201c<\/i>\u00a0\u2013 ein ukrainisches Sprichwort, das verwendet wird, wenn zwischen zwei \u00c4u\u00dferungen kein logischer Zusammenhang besteht: Der Gespr\u00e4chspartner antwortet am Thema vorbei oder wechselt unerwartet zu einem ganz anderen Thema. Es entspricht sinngem\u00e4\u00df den deutschen Redewendungen \u201e<i style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Das hat doch nichts miteinander zu tun<\/i>\u201c oder \u201e<i style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Das ist \u00c4pfel mit Birnen vergleichen<\/i>\u201c.<\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">\/3\/ &#8211; Auf dem Weg der Einweihung durchschreitet der Mensch vier Tore: Das erste Tor ist das Tor des Todes, das zweite &#8211; das Tor der Elemente, das dritte &#8211; das Tor der Sonne und das vierte Tor ist das Tor der Begegnung mit den H\u00f6heren und Niederen G\u00f6ttern.<\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">\/4\/ &#8211; R. Steiner:\u00a0<i style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">&#8222;\u041ceine lieben Freunde! Mit dieser Stunde m\u00f6chte ich die Freie Hochschule als eine esoterische Institution wiederum zur\u00fcckgeben der Aufgabe, der sie drohte in den letzten Jahren entrissen zu werden<\/i>&#8222;.<\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">\/5\/ &#8211; Ein guter Teil der K\u00fcnstlichen Intelligenz<\/p><figure style=\"margin-bottom: 0.5em; margin-left: 0.5em; clear: right; float: right; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\"><a style=\"text-decoration-line: none; color: #002bb8; background-image: none; background-position: initial; background-size: initial; background-repeat: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; border: 0px; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\" href=\"https:\/\/michaeliten.org\/wiki\/index.php?title=Datei:Siegel3.png\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0px; border-style: initial; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\" src=\"https:\/\/michaeliten.org\/wiki\/images\/f\/fb\/Siegel3.png\" width=\"60\" height=\"62\" data-file-width=\"1273\" data-file-height=\"1310\" \/><\/a><\/figure><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\"><br style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\" \/>***<\/p><p style=\"margin-top: 0.4em; margin-bottom: 0.5em; color: #000000; font-family: sans-serif; font-size: 12.7px; font-style: normal; font-weight: 400; animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\"><i style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Alle weiteren ver\u00f6ffentlichten Materialien werden als\u00a0<b style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Arbeitsversionen<\/b>\u00a0pr\u00e4sentiert und f\u00fcr ihre Weiterentwicklung offen bleiben. Wir laden alle, denen diese Materialien nahe und interessant sind, zur\u00a0<b style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Mitarbeit<\/b>\u00a0und\u00a0<b style=\"animation-delay: -0.01ms !important; animation-duration: 0.01ms !important; animation-iteration-count: 1 !important; scroll-behavior: auto !important; transition-duration: 0ms !important;\">Mitautorenschaft<\/b>\u00a0ein \u2014 im Geist der Prinzipien der Wikipedia: durch gemeinsames Mitwirken, Erg\u00e4nzen und Verbessern.<\/i><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-10735d6 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"10735d6\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div 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