Die grundlegende moralische Technologie des „Goldenen Mittelwegs“: Unterschied zwischen den Versionen

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Nun, da wir die sieben Punkte aufgeschrieben haben, kann man sagen, dass diese moralische Technik der „Goldenen Mitte“ zur Methode wird. Und wenn diese Methode kultiviert wird und viele Präzedenzfälle schafft, dann wird die Zeit kommen, in der sie zur moralischen Technologie wird.
Nun, da wir die sieben Punkte aufgeschrieben haben, kann man sagen, dass diese moralische Technik der „Goldenen Mitte“ zur Methode wird. Und wenn diese Methode kultiviert wird und viele Präzedenzfälle schafft, dann wird die Zeit kommen, in der sie zur moralischen Technologie wird.
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== Didaktisches Material ==
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  Der Christus ist weder ein Hassender noch ein ungerecht Liebender. Er streckt nicht die Hand aus, um dem Luzifer die Flügel zu brechen, sondern der Christus ist derjenige, der die Hand ausstreckt, weil er es muß aus seiner inneren Wesenheit heraus. Er zerbricht nicht dem Luzifer die Flügel, aber Luzifer oben verträgt nicht das, was von dieser Hand ausstrahlt und bricht sich selbst die Flügel. Es muß daher in der Gestalt des Luzifer ausgedrückt werden, daß ihm nicht von dem Christus die Flügel gebrochen werden, sondern daß er sich selbst die Flügel bricht. Es ist im Leben eine häufige Erscheinung, daß Menschen, die in der Umgebung von guten Menschen leben, es nicht aushalten können, weil sie sich durch das, was von guten Menschen ausgeht, unbehaglich berührt fühlen. Luzifer fühlt in seinem Innern etwas, was macht, daß er sich selber die Flügel bricht. Selbsterkenntnis in Luzifer, Selbsterlebnis ist dies. Ebenso in Ahriman. Christus tut den beiden nichts, so daß weder die linke noch die rechte Hand so ausgestreckt ist, als wenn er dem Luzifer oder Ahriman etwas täte. Er tut ihnen nichts, sondern sie tun sich selbst, was mit ihnen geschieht.»
  Der Christus ist weder ein Hassender noch ein ungerecht Liebender. Er streckt nicht die Hand aus, um dem Luzifer die Flügel zu brechen, sondern der Christus ist derjenige, der die Hand ausstreckt, weil er es muß aus seiner inneren Wesenheit heraus. Er zerbricht nicht dem Luzifer die Flügel, aber Luzifer oben verträgt nicht das, was von dieser Hand ausstrahlt und bricht sich selbst die Flügel. Es muß daher in der Gestalt des Luzifer ausgedrückt werden, daß ihm nicht von dem Christus die Flügel gebrochen werden, sondern daß er sich selbst die Flügel bricht. Es ist im Leben eine häufige Erscheinung, daß Menschen, die in der Umgebung von guten Menschen leben, es nicht aushalten können, weil sie sich durch das, was von guten Menschen ausgeht, unbehaglich berührt fühlen. Luzifer fühlt in seinem Innern etwas, was macht, daß er sich selber die Flügel bricht. Selbsterkenntnis in Luzifer, Selbsterlebnis ist dies. Ebenso in Ahriman. Christus tut den beiden nichts, so daß weder die linke noch die rechte Hand so ausgestreckt ist, als wenn er dem Luzifer oder Ahriman etwas täte. Er tut ihnen nichts, sondern sie tun sich selbst, was mit ihnen geschieht.»
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Version vom 19. Juli 2026, 14:47 Uhr

Christus als Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman – Holzskulptur von Rudolf Steiner und Edith Maryon

Text vom 11.11.2016

Herausgegeben von Tatiana Tsykra (tetyana.tsykra@gmail.com) vom 15.07.2026

Die grundlegende moralische Technologie des „Goldenen Mitte“

R. Steiner, GA 194, 1. Vortrag, 21. November, 1919:
«Es ist dieses menschliche Leben wie ein Waagebalken. Hier das Hypomochlion, da eine Waagschale, das Luziferische, das aber in Wirklichkeit hinaufzieht. Auf der anderen Seite das Ahrimanische, das in Wirklichkeit hinunterzieht. Den Waagebalken im Gleichgewicht zu erhalten, das ist das Wesen des Menschen. [...] Wir haben es zu tun im Weltendasein mit dem Luziferischen, das die eine Waagschale, dem Ahrimanischen, das die andere Waagschale darstellt, und dem Gleichgewichtszustande, der uns darstellt den Christus-Impuls.»

Einleitung

Bei Luzifer und Ahriman ist nicht alles schlecht; es gibt auch gerechte Wege. Man kann sogar noch mehr sagen: Ursprünglich traten sie als unverzichtbare Elemente des gesamten Evolutionsprozesses auf. Ohne Luzifer und Ahriman gäbe es überhaupt keine Evolution.

Durch Ahriman wurde es grundsätzlich möglich, den reinsten Geist zu verdichten und Materie zu schaffen. Und nur dank der Entstehung der materiellen Welt entsteht im ganzen geistigen Kosmos die einzig mögliche Enklave, innerhalb derer ein Raum für Freiheit geschaffen wird.

Daher geht es nicht einmal darum, dass Ahriman irgendwie nützlich sein könnte (sozusagen: „von einem schlechten Schaf wenigstens ein Büschel Wolle“). Hier liegt alles viel tiefer. Ahriman ist jene Weltkraft, die am Aufbau des Kosmos ebenso teilnimmt wie Luzifer. Doch selbstverständlich ist der Grad ihrer Beteiligung in den verschiedenen Entwicklungsstufen unterschiedlich.

Stellen wir uns vor, Ahriman sei der große Architekt, der das geschaffen hat, was die irdische materielle Welt darstellt – die Matrix. Er ist der Große Architekt der Matrix.

Dann kann man natürlich sagen, dass er in gewissem Sinne ihr Schöpfer ist (eben in einem gewissen Sinne, denn Ahriman trägt dennoch nicht den ursprünglichen schöpferischen Impuls in sich, da er selbst von einem höheren göttlichen Ursprung erschaffen wurde). Doch innerhalb bestimmter Grenzen, unter bestimmten Voraussetzungen, kann Ahriman als Schöpfer dieser Matrix verstanden werden.

Und selbstverständlich erscheinen die Seelen, die in das Reich Ahrimans gelangen, für ihn nahezu als sein Eigentum. Es scheint ihm, dass gerade er besser über diese Seelen verfügen könne, dass er ihnen mehr geben könne, dass sein Reich das bessere sei.

Wiederum hat die geistige Welt dies zugelassen. Genauer gesagt: Zunächst hat die geistige Welt nicht nur zugelassen, sondern Ahriman beauftragt, diese Matrix zu errichten – in der ersten großen Phase. In der zweiten großen Phase hat die geistige Welt nicht mehr beauftragt (hier kann man nicht mehr sagen, dass die geistige Welt es beauftragt hat), sondern in gewissem Maße zugelassen, dass Ahriman als Versucher und als möglicher Gefangennehmer menschlicher Seelen auftritt.

Denn Seelen können Freiheit nur dann erreichen, wenn sie erstens ihre Entwicklung durchlaufen und zweitens ihre Versuchung überwinden. Und für beides ist Ahriman notwendig.

Im ersten Fall tritt Ahriman als eine hemmende Kraft auf. Wie wir sehr gut verstehen, kann man den Entwicklungsweg nur gehen, indem man Hindernisse überwindet. Befände man sich hingegen in begnadeten, komfortablen Bedingungen, wenn man – wie es im Kinderreim von Sergej Michalkow „Über die Mimose“ heißt:

Wer liegt denn hier im Bette

Unter wattierten Decken?

Außer Kuchen und Törtchen

Will er nichts anderes essen?

Wenn die Menschheit so im Bett läge (und in gewissem Sinne lag sie so bis zum Sündenfall), wäre selbstverständlich keine Entwicklung möglich.

Deshalb wurde zunächst ein Geist benötigt, der an die Menschheit herantrat, sie aus diesem Bett riss, und die Menschheit musste sich bemühen, wenigstens ein Stück Brot zu erkämpfen, statt Kuchen und Törtchen.

Und zweitens tritt jener Geist auf, der versucht, die Menschheit zu fesseln und ihr jene Güter zu geben, die sie verloren hat, als sie sich im geistigen Zustand befand – jedoch natürlich in materieller Gestalt.

So sind Luzifer und Ahriman zwei einander entgegengesetzte Geister, die in verschiedene Richtungen wirken. Doch die Beteiligung jedes Einzelnen ist für die Evolution der Menschheit unbedingt notwendig, und in den verschiedensten Stadien erfüllt jeder von ihnen seine besondere Mission.

Jetzt, da die Menschheit in die entscheidende Phase der Entstehung der zehnten Hierarchie und der Erlangung der Freiheit eintritt, besteht die Aufgabe Luzifers und Ahrimans darin, als Versucher und als hemmende Kräfte aufzutreten, gegenüber denen der Mensch die Versuchung bestehen muss. Denn Freiheit kann ein unversuchter Mensch nicht erreichen. Im Grunde genommen existiert er noch gar nicht.

Auch ein unentwickelter Mensch kann keine Freiheit erreichen – ein Mensch, der keine Hindernisse überwunden hat, der seine inneren Kräfte nicht entfaltet hat, die sich noch im Keimzustand befinden und nicht zu Kräften eines bereits entwickelten Wesens geworden sind.

Das ist das Erste, was man im Verhältnis zu Luzifer und Ahriman verstehen muss.

Das Zweite ist, dass es, obwohl es um ihre Überwindung geht, dennoch nicht um einen kraftvollen Widerstand geht. Ein kraftvoller Widerstand endet für den Menschen immer kläglich, denn es handelt sich um hierarchische Wesen. Sie sind dem Menschen so überlegen, wie ein erwachsener Mensch einem Säugling überlegen ist. Der Mensch ist ihnen gegenüber ebenso schutzlos wie ein Säugling gegenüber einem erbitterten Erwachsenen. So schutzlos wie die Kinder vor König Herodes, der befahl, sie zu töten.

Deshalb geht es hier nicht um einen kraftvollen Widerstand. Es geht um einen äußerst feinen, technisch geführten Konflikt zwischen ihnen selbst.

Ein geführter Konflikt ist einer der höchsten Bereiche des Managements. Hier öffnen sich seine geistigen Grundlagen. Denn Ahriman und Luzifer stehen selbst in Gegenphase: der eine führt zur Materialisierung, der andere zur Dematerialisierung. Wenn sie sich aber „zusammenfinden“, kommt für die Menschheit das Ende, denn dann werden sie zu Toren für das endgültige, unheilbare Böse, das das menschliche Ich auffrisst – durch das Azurisch-Böse.

Daher besteht die Frage darin, wie man durch den geführten Konflikt zwischen ihnen aus der Mitte heraus wirken kann.

Hier ist das Bild des Menschheitsrepräsentanten von großer Bedeutung. Rudolf Steiner betont, dass der Menschheitsrepräsentant Luzifer und Ahriman nicht durch Kraft besiegt – weder durch seine eigene Kraft noch durch die Kraft seiner göttlichen Größe. Er besiegt sie durch seine Stellung – die Stellung der Mitte. Die genau und meisterhaft eingenommene Stellung der Mitte lähmt und löscht Luzifer und Ahriman gegenseitig aus.

Hier geht es um eine hohe Meisterschaft des Repräsentanten der Menschheit, um seine Technik. Das ist im Grunde die grundlegende moralische Technik, die der Menschheitsrepräsentant jedem Menschen vermitteln möchte.

Gerade im Rahmen dieses Themas könnte man sagen, dass es sich nicht nur um ein hohes Ideal dessen handelt, was der Repräsentant der Menschheitder Menschheitsrepräsentant im Kosmos vollbringt. Es ist dasjenige, was jedem Menschen übermittelt werden soll. Daher muss es bewusst und sinnvoll erfasst werden. Und diese hohe Technik als Ideal, als höchstes göttliches Ideal, muss vom Menschen bereits als Methode, als moralische Methode begriffen werden.

So wird die moralische Technik, sobald sie begriffen ist, zur moralischen Methode.

Und dann, wenn eine ausreichende Anzahl von Menschen beginnt, diese Methode zu kultivieren, die zunächst für die Menschheit als Kult auftritt, und wenn eine ausreichende Anzahl von Präzedenzfällen ihrer Anwendung entsteht, dann wird auf der Erde ein moralischer Raum entstehen, in dem dieser Kult normal wird. Er hört auf, etwas Außergewöhnliches, Außerordentliches zu sein, und wird zu einem normalen sozialen Phänomen, das sich selbst weiter hervorbringt.

Dann werden immer mehr Menschen diesen Kult ergreifen können, und, wie in der Geisteswissenschaft gesagt wird, im Laufe der nächsten 2500 Jahre werden immer mehr Menschen das Christus‑Ereignis im Ätherischen erleben.

Und dann wird dies nicht mehr nur ein einzelner kultivierter Kult sein, sondern eine allgemeine menschliche Kultur. Das, was anfangs die Technik des der Menschheitsrepräsentanten und die Methode für einzelne seiner Schüler war, wird zu einer Technologie, das heißt zu einer sich selbst reproduzierenden Methode, die ihren raschen Weg von Mensch zu Mensch antreten wird.

Das wird die grundlegende moralische Technologie sein — die Weise, wie jeder Mensch in seinem persönlichen Leben und in seinem unmittelbaren sozialen Umfeld Luzifer und Ahriman ausgleichen kann.

Das ist die unmittelbare Bestimmung jedes Menschen — keine sozialen Revolutionen zu veranstalten, keine Protestaktionen, keinen äußeren Kampf zu führen, sondern mittels einer solchen, man könnte sagen, sozialen Kunst (in ihr liegt ihr wahrer Sinn) — niemals zwischen Hammer und Amboss zu geraten.

Das heißt: immer, in allen Situationen, in allen Nöten und Unglücken, in die der Mensch gerät, gibt es zwei Seiten. Das ist nicht immer offensichtlich, bei weitem nicht immer. Doch dennoch kann man bei einem tieferen Blick immer zwei gegeneinander wirkende Kräfte erkennen. Immer tritt etwas als Hammer auf — dasjenige, was den Menschen unmittelbar angreift, und etwas tritt als Amboss auf. Ein Mensch, der versucht, äußerlich gegen etwas zu kämpfen, gerät unvermeidlich zwischen Hammer und Amboss und erleidet dadurch eine Niederlage.

So unglaublich es auch erscheinen mag, aber in jeder, selbst der schrecklichsten, gefährlichsten Situation gibt es immer eine solche Stellung der Mitte, bei der Hammer und Amboss gegeneinander schlagen, und der Mensch rechtzeitig seine Finger — oder seinen Kopf — von dort wegzieht. Und dann geschieht nahezu ohne jeden Kampf, ohne irgendwelche Verluste eine Ausgleichung und Auflösung der Problemsituation.

Darin besteht die Aufgabe des Menschen in unserer industriellen Zeit — nicht einfach irgendwie aus immer komplizierteren Situationen herauszukommen. Denn wenn der Mensch sich nur herauswinden will, wird er sich aus einigen Situationen befreien, in anderen aber immer tiefer verstricken. Wenn er beginnt, dem Drachen die Köpfe abzuschlagen, werden noch mehr nachwachsen. Daher darf man auf keinen Fall dem Bösen mit Gewalt widerstehen, darf man einem Bösen nicht mit einem anderen Bösen entgegentreten. Das wäre der größte Fehler, denn Luzifer und Ahriman warten nur darauf — dass der Mensch die Seite eines von ihnen ergreift.

Gerade deshalb ist der gesamte politische Kampf, der sich auf staatlich‑rechtlicher Ebene entfaltet, wo völlig künstlich eine Vielzahl politischer Parteien geschaffen wird, ein Aufruf an den Menschen, aktiv zu wählen, wobei vor allem die Illusion der Freiheit erzeugt wird.

Es scheint uns, dass wir in einem freien Land leben. Einst existierte eine einzige kommunistische Partei. Der Mensch hatte keine Wahl. Er konnte natürlich der Partei nicht beitreten, man konnte ihn auch nicht aufnehmen, aber offen gegen sie auftreten konnte und durfte er nicht.

Und jetzt ist eine solche Illusion der Freiheit geschaffen, bei der man eine Partei lieben und eine andere hassen kann — und das gilt als normal. Einst konnte man ins Gefängnis kommen, weil man den Kommunismus hasste, und jetzt ist das völlig normal.

Doch genau darauf warten Luzifer und Ahriman: dass der Mensch etwas aus der äußeren Welt annimmt und gegen etwas anderes auftritt, ohne zu verstehen, dass dies zwei Hände eines einzigen Puppenspielers sind. Zwei Tentakel einer Hydra. Zwei Köpfe eines Drachen.

Daher kann man nur aus der Stellung der Mitte und durch die Kraft dieser Stellung der Mitte immer tiefer und tiefer erfassen, was die Stellung der Mitte ist, und erfassen, dass die Stellung selbst die größte Kraft im Universum ist, und nicht irgendeine Macht, denn Gott hat auf Macht verzichtet.

Man kann es in Form einer Parabel ausdrücken: Der Herrgott verzichtete auf zwei seiner grundlegenden Eigenschaften: auf Allmacht und Allwissenheit. Die Allmacht schenkte Er Ahriman, und das Allwissen — Luzifer, damit tatsächlich Ahriman allmächtig und Luzifer allwissend werde. Es fragt sich: Wie kann die nichtige Menschheit einem Allmächtigen und einem Allwissenden entgegentreten? Wie? Sie würden ihn doch einfach zu Staub zermahlen, wenn er zwischen Hammer und Amboss geriete!

Und so: Der Herrgott bewahrte für sich jene heilige goldene Mitte, in der die zwei Widersacher, die die ehemaligen göttlichen Vorzüge besitzen, absolute Vorzüge, dennoch an diesem Punkt einander annullieren, vollständig gegenseitig vernichten.

Offenbar ist dies die Grundlage aller moralischen Technologien überhaupt, denn ihrem Ursprung und ihrem Sinn nach ist die moralische Technologie, die genetisch aus der moralischen Technik hervorgeht, die Möglichkeit eines solchen Weltschaffens in der empfangenen moralischen Phantasie, bei dem die ursprüngliche göttliche Schöpfung der Welt nicht zerstört wird.

Wie kann man die Welt zum Besseren wenden — im Sinne der höheren Ziele der Götter — und dabei ihren göttlichen Plan nicht zerstören? Genau darin besteht die moralische Technik. Und die moralische Technik wird, indem sie zur Errungenschaft einer bedeutenden Anzahl von Menschen wird und sich selbst weiter hervorbringt, zur moralischen Technologie.

Dem Ganzen liegt das Verständnis der goldenen göttlichen Mitte zugrunde, in der die Widersacher, das heißt die gegeneinander wirkenden und zerstörerischen Kräfte, sich gegenseitig aufheben. Nicht der Kampf gegen sie, sondern die feinste, filigrane Bewegung der Seele führt dazu, dass jene Kräfte sich gegenseitig aufheben, mit denen der Mensch sonst kämpfen müsste und in einem unrechtmäßigen Kampf ruhmlos zugrunde ginge.

So kann man ausführlicher sagen, dass Luzifer und Ahriman an sich rechtmäßig vom höheren Weltenlenken zugelassen sind. Daher müssen wir — ausgehend von der grundlegenden Michaelischen Stimmung — uns richtig zu ihnen verhalten: ohne Scheu, ohne Angst und Entsetzen; nicht aufgeben, aber auch nicht frontal gegen sie anstürmen, sondern moralisch‑technisch handeln.

Die Methode der „Goldenen Mitte“

Kehren wir nun zu der Frage zurück, wie diese grundlegende moralische Technologie konkret verwirklicht werden kann. Wie kann man sie in den schwierigsten, ja manchmal ausweglosen Situationen anwenden? Wie kann man dem direkten Bösen, das auf uns zukommt, nicht widerstehen und dennoch nicht ruhmlos im Kampf gegen es fallen? Wie kann man technisch jene Stellung des Menschheitsrepräsentanten einnehmen, in der das Böse sich selbst aufhebt?

Genau dies ist in der Holzskzlpturengruppe dargestellt, wo Ahriman von goldenen Fäden durchdrungen wird, die aus der Erde aufsteigen.

„Dort sitzt der Zar Kaschtschei und hütet sein Gold…“

A. S. Puschkin besaß eine geniale poetische Intuition. Er war der verkörperte Genius der russischen Sprache. Er war nicht nur ein genialer Dichter. Wie die Geisteswissenschaft zeigt, war er die Inkarnation eines hierarchischen Wesens. Und ihm offenbarte sich in diesem erstaunlichen Bild genau das, was Rudolf Steiner in der Holzskzlpturengruppe zeigte: wie Ahriman durch goldene Fäden an die Erde gefesselt wird und wie Luzifer nicht durch die Kraft des Repräsentanten der Menschheit umgestürzt wird. Der Menschheitsrepräsentant stößt ihn nicht — wie wenn jemand einen Stock nähme und einen bunten Papagei oder Pfau frech vom Zaun schlüge. Nein. Luzifer bringt sich selbst zu Fall und stürzt sich selbst aus seiner schwindelerregenden Höhe. Und tatsächlich geschieht eine Ausgleichung zwischen ihnen.

Durch den Menschheitsrepräsentanten wirft Ahriman Luzifer herab, und Luzifer fesselt Ahriman, sodass beide sich gegenseitig aufheben.

Wie lässt sich das praktisch tun?

Bis zur Technologie ist es hier natürlich noch weit. Zunächst geht es darum, dass eine Methode entsteht. Wenn wir große Erfahrung zusammenfassen, können wir diese Methode herausarbeiten.

Der erste Schritt.

Der Mensch muss in die Reflexion treten. Denn wenn etwas Schreckliches geschieht, steigt natürlich ein Kloß der Verzweiflung in den Hals, die Augen füllen sich mit Tränen, die Seele sinkt in die Fersen, die Beine werden schwer. Und in einem solchen Zustand verfällt der Mensch entweder in Erstarrung oder macht hektische, aber verhängnisvolle Handlungen.

Also: weder die ahrimanische Erstarrung des Kaninchens vor der Schlange noch die luziferische Hast dürfen den Menschen ergreifen. Der Mensch muss aus dem Ort heraustreten, auf den der Schlag der Situation gerichtet ist. Das heißt: zunächst geht es nicht darum, dass wir nach außen schauen und dort die Widersacher finden. Anfangs erscheinen die Widersacher im Inneren. In jedem Fall leben die Widersacher in der Seele des Menschen.

Wenn wir also von luziferischer Hast und ahrimanischer Erstarrung des Kaninchens vor der Schlange sprechen, geht es nicht um irgendwelche äußeren Gestalten, nicht um Feinde, nicht um tödliche oder reizende Faktoren der äußeren Situation. Es geht um grundlegende seelische Kräfte, um grundlegende Verhaltensstereotype, um das Verhalten der Menschen in Momenten großer Gefahr.

Und vor allem darf man weder dem einen noch dem anderen verfallen, sondern muss in eine reflexive Haltung treten: sich selbst von außen sehen, sich selbst von oben sehen, aus dem Schlag herausgehen.

Wie es in einem tiefsinnigen Kindertrickfilm „Die Plastilin‑Krähe“ heißt:

„Steht nicht und springt nicht,

singt nicht und tanzt nicht,

dort, wo gebaut wird

oder eine Last hängt…“

„Steh nicht unter dem Lastarm“ — steht auf der Baustelle. Unter dem Lastarm zu stehen bedeutet, innerhalb der Situation zu bleiben und zu versuchen, darin etwas zu tun.

Natürlich ist die Steuerung jedes Systems — ja überhaupt jede Steuerung — aus der Sicht der Systemtheorie nur außerhalb des Systems möglich. Um ein System zu steuern, muss man aus dem System heraustreten, auf die Meta‑Ebene gelangen, auf die Ebene der Metasysteme. Praktisch bedeutet dies, in die Reflexion zu treten: sich selbst von außen zu sehen, die eigenen inneren Impulse zu erkennen, wenigstens eine anfängliche Beruhigung zu erreichen und dann vollständig die Michaelische Stimmung zu ergreifen.

Das kann man als ersten Punkt betrachten: in die Reflexion treten.

Zweiter Schritt.

Man muss sich bewusst machen: Was auch immer geschieht, was auch immer jetzt droht — mit keiner Panik, keinem Schrecken, keinem Entsetzen wird man die Situation verbessern können. Um die Situation zu verbessern, ist absolute Ruhe notwendig, ein tiefes Verständnis dafür, dass alles Geschehende vom höheren Walten zugelassen ist, dass es sowohl für meine Entwicklung als auch für die Evolution der Menschheit vollkommen notwendig ist.

Sobald der Mensch aufhört zu denken: „Was ist das für ein Unglück, das mir widerfährt? Warum habe gerade ich so ein Pech?“, wird von diesem Moment an die Wirkung der schicksalhaften Kräfte angehalten. Man kann nicht sagen, dass damit alles gelöst ist. Natürlich gibt es die Trägheit der Situation. Das bedeutet nicht, dass es sofort viel leichter wird. Aber man kann mit Sicherheit sagen, dass die Wirkung der schicksalhaften Kräfte angehalten wird, dass von diesem Moment an das Unwiederbringliche nicht mehr eintreten wird.

Das ist der zweite wichtige Punkt, den wir nach der Reflexion erreichen – die Michaelische Stimmung, das Sich‑Anvertrauen der Weisheit des Weltenlenkens. Tatsächlich werden wir von diesem Moment an zu Kriegern, zu Kämpfern der michaelischen Schar, wir werden zu Schülern des Erzengels Michael, der uns lehrt, wie man den geistigen Kampf richtig führt. Von diesem Moment an erhält der Kampf einen rein geistigen Charakter.

Der Ergebenheitsgebet, R. Steiner, GA 58:
“Was auch kommt, was mir auch die nächste Stunde, der nächste Tag bringen mag: ich kann es zunächst, wenn es mir ganz unbekannt ist, durch keine Furcht und Angst ändern. Ich erwarte es mit vollkommener Meeresstille des Gemütes. Durch Furcht und Angst wird unsere Entwickelung gehemmt; wir stoßen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was aus der Zukunft in unsere Seele herein will. Die Hingabe an das, was man göttliche Weisheit nennt in den Ereignissen, die Gewißheit, daß das, was kommt, kommen muß, und daß es in einer gewissen Weise seine guten Wirkungen haben wird, das Hervorrufen dieser Stimmung in Worten, in Gefühlen, in Ideen, das ist die Stimmung des Ergebenheitsgebetes. Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen, aus reinem Vertrauen zu leben, ohne alle Daseinssicherheit, Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen Welt zu haben. Wahrhaftig, anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll”.
Dritter Schritt.

Wenn wir also die Höhe des Sehens durch die Reflexion und die Ruhe durch die michaelische Stimmung und das Sich‑Anvertrauen an das Weltenlenken erreicht haben, können wir den dritten Schritt tun – von dort, von der Höhe aus, unsere Problemsituation überblicken und nun in neuer Qualität, in neuer Perspektive jene Faktoren der äußeren Situation erkennen (wir bemerken: bisher haben wir nur mit inneren Faktoren gearbeitet), die uns in solche Verwirrung und Verzweiflung gebracht haben.

Das kann der dritte Punkt sein — die Betrachtung der Faktoren der äußeren Situation.

Vierter Schritt.

Im vierten Schritt tun wir das Wichtigste — wir führen die Identifikation durch. Hier ist es sehr wichtig zu verstehen, dass im Grunde genommen zwei große Kräfte in der Situation wirken. Faktoren kann es natürlich viele geben, aber im Wesentlichen gibt es zwei Kräfte — die luziferische und die ahrimanische. Daher führen wir im vierten Punkt die Identifikation durch: welche feindlichen Faktoren den luziferischen Kräften angehören und welche den ahrimanischen.

Fünfter Schritt.

Mit jedem Punkt entsteht immer mehr Ruhe, immer mehr Gegenwart des Geistes, immer mehr Gewissheit, wie es in der Ergebenheitsgebet heißt, in ihrer guten Wirkung. Und dann richten wir im fünften Punkt unseren Blick auf die unheilvollsten Kräfte. Das heißt: in jeder Situation gibt es immer, sozusagen, einen „guten und einen bösen Polizisten“. Aber der gute — er ist überhaupt nicht gut, er ist dennoch ein Polizist. Alles, was sich hinter der Maske des Guten verbirgt — das ist in Wirklichkeit Luzifer, und das, was als Böses erscheint — das ist das Böse höherer Ordnung, das ist Ahriman.

Im fünften Punkt richten wir unseren Blick auf die bösen Kräfte und erkennen ihre Natur und ihre Absichten: warum sie rechtmäßig aufgetreten sind, warum sie mit kosmischer Notwendigkeit in dieser konkreten Situation aufgetreten sind. Oder, einfach gesagt: warum es gut ist? Warum ist es gut, dass sie gekommen sind? Und im Gegenteil: es wäre sehr schlecht, viel schlimmer, wenn sie gerade nicht gekommen wären.

Oft erscheint das völlig undenkbar. Was soll denn hier gut sein? Das ist doch ein einziger Schrecken! Aber dennoch — gerade das ist gut, so seltsam es auch klingt.

Wer diese Technik viele Male praktiziert hat, hat diesen Zustand als den unheilvollsten erlebt, weil sofort die Gefahr besteht, sich in ein dressiertes Kaninchen zu verwandeln.

Einstufung des Teilnehmers:

Das Schwierigste ist die innere Willensanstrengung. Das heißt: dasjenige, was sich dir als schlecht einprägt. Man muss durch eine Willensanstrengung in die Reflexion treten, was in diesem Augenblick sehr schwer ist, sich beruhigen und dann durch eine Willensanstrengung all diese Schritte durchlaufen.

Hier ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass du diese Situation noch vor der Geburt geplant hast, dass sie für deine Entwicklung notwendig ist und dass in ihr eine gute Wirkung liegt. Aber dieses Gute kann nur dann gut werden, wenn du es erkennst. Wenn du aber glaubst, dass das Geschehende etwas Schlechtes ist, dann wird es auch schlecht, und das Gute, das in ihm enthalten ist, verflüchtigt sich sofort, verdampft wie ein Geist. Es ist ja etwas, das man nicht greifen kann.

Alles hängt vom inneren Zustand der Seele ab, davon, ob du das Geschehende als gut erleben kannst und zulassen kannst, dass es tatsächlich gut ist. Durch eine Willensanstrengung überwindest du die Schwere der Erkenntnis, dass es gut ist, und kannst dann den nächsten Schritt tun — entschlüsseln, wie man es gut macht, wie man diese Situation richtig erlebt, damit das Gute tatsächlich eintritt. Denn die Situation lässt einen noch nicht los. In diesem Moment tritt sie erst heran.

Ich spreche nur von den inneren Gefühlen und den Schritten, die notwendig sind, um dazu zu gelangen.

Alles geschieht nicht von selbst, selbst wenn du weißt, dass es gut ist. Das Schwierigste ist — daran zu glauben, denn äußerlich bist du völlig entgegengesetzt gestimmt. Hier erwacht der wahre menschliche Wille. Er befreit sich von Ahriman und Luzifer.

Das heißt: der Mensch zieht gewissermaßen jenen Willen zu sich zurück, den Ahriman und Luzifer bereits ergriffen haben und mit dem sie den Menschen auf Spannungen halten. Entweder dorthin oder dahin. Entweder fällt man in eine Extreme oder in die andere. Aber diesen Willensimpuls in sich zu sammeln und mit diesem Willensimpuls das Äußere durch den eigenen inneren Zustand zu verwandeln — das ist die Aufgabe.

Zu entschlüsseln, warum es gut ist, dass diese Situation gekommen ist — das ist der nächste, noch schwierigere Schritt.

Natürlich ist dies die schwierigste Frage: Was soll denn hier gut sein? Was kann gut sein, wenn etwas Schreckliches mit dir geschieht? Doch gerade durch die Antwort auf diese Frage verwandeln wir das Schreckliche tatsächlich in das Gute und halten dadurch das Schreckliche an. Wenn wir diese Frage jedoch nicht beantworten, dann wird tatsächlich etwas Schreckliches geschehen.

Wir bemerken, dass dies keine Selbstsuggestion ist, keine psychologischen Tricks, bei denen der Mensch einfach den Kopf in den Sand steckt, um das Schlechte nicht zu sehen, und sich einredet, dass alles gut sei oder Ähnliches. Es ist ein reales Erkennen des Wesens des Bösen und jener göttlichen Grundlage, die in der Welt wirkt.

Im fünften Punkt erkennen wir, warum das Böse, das durch das unmittelbare Wirken der bösen Kräfte kommt, in dieser Situation vollkommen notwendig ist. Nicht einfach für die gesamte Weltenentwicklung, allgemein gesprochen, sondern gerade in dieser konkreten Situation. Denn das Böse ist genau in diese konkrete Situation eingetreten. Es ist ja nicht der ganze Ahriman eingetreten, sondern nur ein Impuls von Ahriman, und nicht in die ganze Welt, sondern genau in diese Situation. Warum ist es gerade hier gut?

Sechster Schritt.

Dann wenden wir unseren Blick in die entgegengesetzte Richtung: auf welches Übel dieser Schlag gerichtet war. Nicht die Finger zwischen Hammer und Amboss stecken, sondern verstehen, was genau dort geschehen ist.

Und ebenso: welche Mängel in uns durch diesen Schlag ausgerottet werden müssen, die im Grunde genommen diesen Schlag provoziert haben?

Man kann sagen, dass eine Wunde die Entstehung einer Infektion provoziert, obwohl in der Wunde selbst (dem Schnitt) die Infektion noch nicht vorhanden ist. Das heißt: einerseits gibt es die äußere Infektion, andererseits gibt es den Schnitt, der geheilt und geöffnet werden muss. Der Schnitt ist die Wunde selbst, und die Infektion ist dasjenige, was in die Wunde eindringt.

Der siebte Schritt.

Und wenn klar wird, was im fünften und sechsten Punkt getan wurde, dann werden im siebten Punkt die entscheidenden Handlungen vollzogen und es kommt zu ihrer gegenseitigen Aufhebung.

Dank des fünften und sechsten Punktes kann man tatsächlich die goldene Mitte einnehmen und aus dieser Stellung der Mitte heraus gleichzeitig das eine und das andere im gegenseitig aufhebenden Wirken erleben.

Nun, da wir die sieben Punkte aufgeschrieben haben, kann man sagen, dass diese moralische Technik der „Goldenen Mitte“ zur Methode wird. Und wenn diese Methode kultiviert wird und viele Präzedenzfälle schafft, dann wird die Zeit kommen, in der sie zur moralischen Technologie wird.

Didaktisches Material

Rudolf Steiner, GA 157, «Menschenschicksale und Völkerschicksale», 12. Vortrag, 10 Juni, 1915:

«Über dieser plastischen Gestalt wird das ganze Motiv malerisch dargestellt sein; man wird beides nebeneinander sehen können und einsehen, wie nach der Verschiedenheit der Künste die Malerei nicht in derselben Weise das geben kann, sondern alles, alles anders sein muß in der Ausgestaltung.
Dasjenige, was ich hervorheben will, ist das Folgende: Etwas ganz Wesentliches wird sein, daß wir bildhauerisch herausbekommen die Handbewegung der Hauptgestalt, diese Hinaufbewegung der linken Hand nach oben und die andere Handbewegung nach unten. Denn das, was jeder beim ersten Blick als selbstverständlich empfinden könnte, daß die Hauptfigur mit der Linken nach Luzifer hinauflangt und durch seine Ausstrahlung dem Luzifer die Flügel bricht und mit der Rechten dem Ahriman die Goldadern umwindet, das muß vermieden werden, und zwar gerade aus dem Grunde, weil wir, besonders in unserer Zeit, durch die Geisteswissenschaft erst daran sind, den Christus wirklich zu begreifen.
Der Christus ist weder ein Hassender noch ein ungerecht Liebender. Er streckt nicht die Hand aus, um dem Luzifer die Flügel zu brechen, sondern der Christus ist derjenige, der die Hand ausstreckt, weil er es muß aus seiner inneren Wesenheit heraus. Er zerbricht nicht dem Luzifer die Flügel, aber Luzifer oben verträgt nicht das, was von dieser Hand ausstrahlt und bricht sich selbst die Flügel. Es muß daher in der Gestalt des Luzifer ausgedrückt werden, daß ihm nicht von dem Christus die Flügel gebrochen werden, sondern daß er sich selbst die Flügel bricht. Es ist im Leben eine häufige Erscheinung, daß Menschen, die in der Umgebung von guten Menschen leben, es nicht aushalten können, weil sie sich durch das, was von guten Menschen ausgeht, unbehaglich berührt fühlen. Luzifer fühlt in seinem Innern etwas, was macht, daß er sich selber die Flügel bricht. Selbsterkenntnis in Luzifer, Selbsterlebnis ist dies. Ebenso in Ahriman. Christus tut den beiden nichts, so daß weder die linke noch die rechte Hand so ausgestreckt ist, als wenn er dem Luzifer oder Ahriman etwas täte. Er tut ihnen nichts, sondern sie tun sich selbst, was mit ihnen geschieht.»